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> Eigentlich ist alles bestens! ... oder doch nicht?
VelvetVamp
post 13. Oct. 2008, 19:17
Beitrag: · · | Beitragslink: #1
~ Velvery ~
 

Aus: Tirol




Zur Erklärung...

Anfang 2008, geriet mein Leben aus allen Fugen, aber nicht wie sich vermuten lässt aufgrund einer schrecklichen "Todtraurigen" medizinischen Nachricht, sondern ganz im Gegenteil. Nach einer 6 Stündigen Operation, weiteren 2 Tagen Koma, und schließlich die ersten wachen, lichten Momenten, wurde mir mitgeteilt, das der Achso tödliche Tumor, den ich seit meinem 14 Lebensjahr mein eigen nennen "durfte" komplett entfernt werden konnte.

Nun mag das für andere ein Anlass für überschwengliche Freude sein, für mich war es der Beginn einer tiefen endlos erscheinenden Depression, vor allem deshalb weil ich fast 6 Jahre lang, immer wieder darüber informiert wurde, das bei dem Krankheitsgrad, " Nichts" mehr zu machen sei, und ich meinen 20 Geburtstag nicht mehr erleben würde... Nun... Exakt SO habe ich dann auch gelebt. Manch einer kann sich vielleicht vorstellen, wie mein Leben verlaufen sein mag, ich werde es hier nicht weiter erläutern.

Wie dem auch sei, ich stehe nun mit 20 Jahren vor der großen Schwelle des Lebens, und schaue in eine Zukunft die mir so nicht vorbestimmt hätte sein sollen. Ich habe keine Ausbildung, abgesehen von einem Hauptschulabschluss, kaum 2 Jahre Arbeitspraxis, und eigentlich nicht mal eine Ahnung wo es überhaupt hingehen soll...

Nur... wie macht man eine Zukunftsplanung?... Wie plant man überhaupt irgendetwas? Immerhin habe ich 6 Jahre lang nichts geplant, nichts einkalkuliert und vor allem nicht immer überlegt gehandelt...

Mittlerweile, besuche ich einen Lehrabschlussvorbereitungskurs, der im März 2009 endet und anschließend werde ich meine Lehrabschlussprüfung doch hoffentlich mit "ausgezeichnetem" Erfolg beenden.

Ich habe keine Freunde mehr, den die Menschen die ich vor meiner Operation kannte, konnte man nicht als solche bezeichnen.. Ich befinde mich allerdings seit mehr als 5 Monaten iin einer Beziehung, und ch muss sagen ich war nach nie so glücklich mit einem Mann an meiner Seite...

Trotzdem ist da etwas, was mich rasend macht....
Ich weiß nicht was ich danach machen soll, ich wollte immer schon studieren, Es gäbe auch genügend Fachgebiete die mich interessieren würden, aber mir kommt vor als wäre ich einfach schon zu "alt" dafür... Bis ich mein Abitur habe bin ich 24 danach noch ein Studium... mindestens 28 und dann habe ich noch nichts erreicht...
Wenn ich meinen Freund so begutachte, welcher mit 25 seinen Magister hingelegt hat, und nun an seiner Diseration schreibt verkrampft sich mein Magen...

Vielleicht klingt das zu überheblich aber ich möchte um keinen Fall in der Arbeiterschicht bleiben... doch was tun?


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Falcon
post 14. Oct. 2008, 08:28
Beitrag: · · | Beitragslink: #2
~ Federschwinger ~
 

Aus: Oberhausen




Hallo Velvet,

ich könnte zwar recht viel zu diesem Thema schreiben, möchte es aber nicht - dennoch werd ich mich kurz Äußern. (IMG:style_emoticons/default/rolleyes.gif) Deine Gefühlslage kann ich nicht verstehen, da ich soetwas nicht durch machen musste. Dennoch glaub ich, dass ich etwas von dem Chaos erahnen kann.

Mach dein Abitur, Studier und leb dein Leben - das ist doch eine Zukunfsplanung. Du hast ein Mann an deiner Seite mit dem du Glücklich - zurzeit und hoffentlich auch noch lange - Glücklich bist. Ein Studium erst mit 28 (bzw. aus meinem persönlichen Kreis mit 32) abzuschließen ist keine Schande, kein Fehler sonder ein eigener Weg. Ich kenn viele Menschen für die waren Umwege der bessere Weg. Ein Umweg gibt die Möglichkeit komische Einblicke in verschiedene Menschen, Situationen und Ansichten zu erhalten.

Mach etwas aus deinem Umweg und der Umweg wird sich irgendwann als eine - dafür fehlt glaub ich das richtig Worte aber ich glaub "wertvoll" trifft es am ehesten - Erfahrung herrausstellen.

Grüße
Falcon
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SchwarzesEngelchen
post 14. Oct. 2008, 11:10
Beitrag: · · | Beitragslink: #3
~ ~ ~
 

Aus: Himmel oder Hölle




Hallo Velvet,

Falls es dich tröstet, ich mache jetzt auch erst mein Abitur nach (neben dem Beruf - 2. Bildungsweg) und werde auch erst mit 24 das Abitur (hoffentlich mit Erfolg) schreiben. Kann aber auch sein dass sich das sogar noch ein Jahr verlängert, je nach dem wie ich das Psychosomatisch mit dem Stress bewältigen kann.

Sicher kann ich mich auch nicht wirklich in DEINE Lage versetzen, da ich auch nich in einer solchen heftigen Situation bin/war. Aber ich kann schon nachvollziehen, dass man ein völlig anderes Leben gelebt hat, als hätte man von Anfang an gewusst wie es ausgeht, aber ich könnte jetzt auch unheimlich viel dazu schreiben, dass ja im Endeffekt niemand weiß wo er mal endet und ob es nicht morgen schon vorbei sein kann, und es heißt ja "lebe jeden Tag als wäre es dein letzter" - was aber auch nicht heißen soll dass keiner mehr Arbeit und Bildung ernst nehmen soll, dennoch kannst Du sagen, du hast so gelebt, oder es versucht die Zeit noch zu genießen.
Das können nicht viele von sich behaupten.

Genieß dein neues Leben, plane, fantasiere, Träume und dann versuche deine Träume zu verwirklichen, mit einem tollen Mann an deiner Seite der Dir sicher gerne eine Stütze und Hilfe sein wird, wirst du es schon hinbekommen deinen Weg zu finden.

im Endeffekt stimme ich Falcon in allem zu und habs nur ein wenig anders ausgedrückt (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

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SubSonic
post 14. Oct. 2008, 17:20
Beitrag: · · | Beitragslink: #4
~ Sündenbock ~
 





Es tut mir Leid, ich hab mit Sicherheit nicht das Recht zu behaupten die notwendige Empathie aufweisen zu können um da nun etwas sagen zu können, was der Situation gerecht wird, aber ich versuche es.

Ich find es bewundernswert, dass du mit soetwas überhaupt leben hast können, wie, das weiß ich nun zwar nicht, aber du scheinst es ja getan zu haben. Wie spielt eigentlich sowieso keine Rolle.

Und nun hast du glücklicherweise dein Leben "behalten" dürfen, bist durch Etappen gelaufen, die vielen, wenn nicht allen von uns auf ewig verschleiert bleiben werden und siehst nun keine Zukunft und willst hier nun verzagen, halte dir das bitte einen Moment vor.
Wer dem Totengräber, der schon seit 6 Jahren auf einen gewartet hat, von der Schaufel springt, sollte sich Gott schon dankbar erweisen (oder wenn du nicht gläubig bist solltest du dich dir selbst dankbar erweisen) und was aus allem machen. "Zu alt" gibts für ein Studium nicht. Außerdem kannst du auch auf eine Fachhochschule, die nicht alles so intensiviert wie ein Studium sondern dich gleich auf einen (akademischen) Beruf zuspitzt, die FH-Gänge dauern außerdem soweit ich richtig liege nicht solange wie die Universität.


Nur niemals, niemals, niemals nach soetwas auch noch aufgeben. Du hast dein LEBEN jetzt "wieder" vor dir! Da darfst du wirklich nicht einfach jetzt planlos umherstreifen und verzagen! Es gibt nichts zu befürchten!


Ergebenst,


SubSonic
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VelvetVamp
post 14. Oct. 2008, 18:01
Beitrag: · · | Beitragslink: #5
~ Velvery ~
 

Aus: Tirol




Guten Abend!

Als ich gestern diesen Thread eröffnet hatte, wusste ich nicht was ich mir eigentlich erwarte.
Ich denke ich wollte mir diesen Nebbich einfach von der Seele reden, und ja ich hab vielleicht auf ein wenig positiven Anstoß gehofft, vielleicht ein wenig egoistisch...

Seit über zwei Jahren fällt es mir verdammt schwer Gefühle offen zu legen, was mein Gefährte mir oftmals an den Kopf wirft obwohl er meine Situation kennt und versteht.
Ich versuche stets bestens gelaunt (Was nur bei Menschen funktioniert die ich nicht gut kenne bzw. die mich nicht interessieren) durchs Leben zu laufen, und anderen nichts von den Schattenseiten meiner Selbst zu offenbaren.

Ich möchte euch

Falcon, Schwarzes Engelchen und SubSonic

, für euer Verständnis, eure Ratschläge und den Versuch sich in meine Lage zu versetzen danken.

Als ich gerade eure Ratschläge las, wurde mir klar, das ich jetzt erst recht nicht aufgeben darf...

Mal sehen was die Zukunft bietet (IMG:style_emoticons/default/smile.gif)

Yours truly

VelvetVamp
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Dunkler Poet
post 27. Jan. 2010, 01:00
Beitrag: · · | Beitragslink: #6
~ Hallo Welt ~
 





Hallo Velvet.

Also ich will mich jetzt nicht großartig über deinen Krankheitsverlauf äußern, weil ich darüber nicht urteilen kann.

Aber eins kann ich dir sagen:
In der jetzigen Situation kannst du wirklich froh sein, das du doch länger leben kannst als die Ärzte vorausgesagt haben. Du hast gelebt als wäre es dein letzter Tag, also warum jetzt damit aufhören??? Du hast sogar einen Freund an deiner Seite, wofür sich das Leben gleich doppelt lohnt, weil du mit ihm glücklich bist. Du kannst jetzt dein Leben noch mehr genießen als zuvor.

Dein Ziel das Abitur nachzuholen und zu studieren finde ich gut. Lass dir das bloß nicht ausreden und rede dir bloß nicht ein du wärst zu alt. Seitwann hat das Alter etwas mit dem Lernen zu tun. Man lernt doch sowieso das ganze Leben lang, da spielt das Alter doch garkeine Rolle. Es ist klar das viele anderen in dem Alter schon weiter sind und was erreicht haben, aber was hat das mit dir zu tun?? Was du tust ist immerhin noch deine Entscheidung und nicht die der Anderen. Gehe deinen Weg, wie du ihn am liebsten beschreiten würdest, denn darin findest du die absolute Zufriedenheit.

Achja nur so nebenbei, ich will auch noch mein Abitur nachmachen. Ich bin aber schon 25, also bis ich es habe bin ich höchstwarscheinlich 29 oder 30. Wenn ich dann studiere bin ich mitte 30 bis ich wirklich was erreicht habe. Aber was solls. Es ist wie es ist. Natürlich ist es nicht leicht aus der Arbeiterschicht zu entfliehen, doch nur der Wille zählt.

LG
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Augenblick
post 26. Feb. 2010, 19:30
Beitrag: · · | Beitragslink: #7
~ Hallo Welt ~
 





(Dunkler Poet @ 27. Jan. 2010, 01:00) *

Hallo Velvet.
Achja nur so nebenbei, ich will auch noch mein Abitur nachmachen. Ich bin aber schon 25, also bis ich es habe bin ich höchstwarscheinlich 29 oder 30. Wenn ich dann studiere bin ich mitte 30 bis ich wirklich was erreicht habe. Aber was solls. Es ist wie es ist. Natürlich ist es nicht leicht aus der Arbeiterschicht zu entfliehen, doch nur der Wille zählt.

LG



Guten Abend...

Also wenn ich darf, möchte ich dazu auch bissle schreiben...

ich bin 27 und hoffe, dass ich mein Abi bis zu meinem 29 Labensjahr erlange...danach will ich auf jeden Fall ein Studium beginnen...zu spät??? warum...ich hab sehr viel im Leben durchgemacht...aber aufgeben...nein, nur "schwache" Menschen geben auf...und wie ich fest stelle (obwohl ich nicht lange dabei bin) trifft man auf dieser Seite selten "schwache" Menschen. Jeder von uns hat mehr oder weniger viel Schmerz und Seelenqual ertragen müssen oder lebt mit dem Gefühl noch Heute...aber immerhin gibt es keinen Grund aufzugeben... wenn man kein Licht im Tunnel erblickt soll es die Hoffnung sein, die einem den Weg deutet....
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LoFi Version Aktuelles Datum: 11. September 2010, 02:07